Was ist Tennis?

21.12.2017 - HeBo

Was ist Tennis? Erfahren Sie hier einige interessante Dinge zum Tennissport: Tennis ist ein Rückschlagspiel, das von 2 oder 4 Tennisspielern gespielt wird. Spielt ein Tennis-Spieler gegen einen anderen, so wird dieses Tennisspiel „Einzel“ genannt, s

Was ist Tennis?

 

Erfahren Sie hier einige interessante Dinge zum Tennissport:

Tennis ist ein Rückschlagspiel, das von 2 oder 4 Tennisspielern gespielt wird. Spielt ein Tennis-Spieler gegen einen anderen, so wird dieses Tennisspiel „Einzel“ genannt, spielen je zwei Tennis-Spieler gegeneinander, wird dieses Spiel als „Doppel“ bezeichnet, wobei je nach Zusammensetzung vom Herrendoppel (zwei Männer), Damendoppel (zwei Frauen) oder gemischten Doppel (Mixed) die Rede ist.

 

Der Tennissport galt früher in Europa als elitär, heute hat er als Breitensport eine herausragende Bedeutung erlangt. Seit 1988 ist Tennis wieder ein Bestandteil der Olympischen Sommerspiele.

 

Die Geschichte des Tennissports

 

Der französische Vorläufer des heutigen Tennisspiels, „Jeu de Paume“ (französisch: Spiel mit der Handinnenfläche), wurde zunächst in den Höfen der Kloster, später in Ballspiel-Häusern auf einem rechteckigen Feld gespielt. Die Spieler machten ihre Angabe, indem sie den Tennisball über das Netz gegen eine Wand schlugen, die entlang des Feldes verlief. Die Zuschauer saßen an der Wand gegenüber. Linien teilten das Feld in vier fünfzehn Zoll (knapp vierzig Zentimeter) breite, parallel verlaufende Streifen zu beiden Netzseiten auf.

 

Zwischen 1500 und 1600 wurden in Paris zahlreiche kommerzielle Tennisanlagen erbaut. In diesen Tennisanlagen wurden von den Besitzern die für das Tennisspiel nötigen Ausrüstungen verliehen oder verkauft. Die Anlagen wurden durch die verschiedensten Bevölkerungsschichten als Freizeiteinrichtung genutzt.

 

Im Jahre 1874 ließ sich der englische Major Walter Clopton Wingfield seine Art von Tennisspiel, das er „Sphairistike“ (griechisches Wort für Ballspiele) nannte, patentieren. Dabei wurden erstmals verbindliche Tennis-Regeln definiert. Das bis heute übliche Tennis entstand mit neuen Tennis-Regeln im Zuge der ersten Meisterschaften in Wimbledon (London) im Juli 1877.

 

Mit der Entstehung des Profitennis, Mitte der 1920er Jahre, wurden zu vielen größeren Turnieren nur noch Tennis-Amateure zugelassen. Im Jahre 1925 wurde Tennis aus dem Programm der olympischen Spiele gestrichen. 1968 wurde die Beschränkung wieder aufgehoben, wodurch große Turniere, wie zum Beispiel die „US Open“ oder die „French Open“, zu finanziellen Bedeutungen erlangten. Seit 1988 ist Tennis wieder eine Disziplin der olympischen Spiele.

 

Woher stammt der Begriff „Tennis“?

 

Der Ursprung des Wortes „Tennis“ ist ungewiss. Für die wahrscheinlichste Entstehung oder Ableitung hält Anatoly Liberman die auch von Walter W. Skeat favorisierte Theorie, dass es auf einen französischen oder vielmehr anglo-normannischen Ausruf *tenez“ zurückgehe, also den Imperativ Plural von“ tenir“ („halten“) mit der Bedeutung „nehmt, haltet (den Ball)!“, der jedoch in dieser Form und Bedeutung nicht bezeugt ist. Für diese Theorie spricht, dass das Spiel ein Zeitvertreib der vorwiegend anglo-normannisch sprechenden Aristokratie war, sowie der Umstand, dass das Wort im Mittelenglischen noch auf der zweiten Silbe betont wurde. Zudem ist der früheste Nachweis ein um das Jahr 1440 datiertes Manuskript eines Gedichtes von John Gower mit der Schreibung tenetz.

 

Andere Theorien leiten das Wort von deutsch Tenne oder Tanz, von lateinisch taenia („Kopfbinde“) oder vom französischen Ortsnamen Tennois ab. Erwähnung verdient außerdem die einfallsreiche Mutmaßung des Lexikographen Frank Chance, der enthauptete christliche Märtyrer Dionysius von Paris, französisch St. Denis, sei einst der Schutzpatron und Namenspate des Spiels gewesen: In der Ikonographie trägt er oftmals sein Haupt wie einen Ball in seinen Händen.[4]

 

Ausrüstung - Tennisschläger & Bälle

Tennisschläger

 

Ein Tennisschläger besteht aus einem mit einem Band umwickelten Schaft und dem Kopf, in den die aus Saiten bestehende Schlagfläche eingespannt ist. Am Anfang wurden Tennisschläger nur aus Holz gefertigt. Nachdem in den 1960er Jahren kurzzeitig Metallrahmen aus Aluminium oder Stahl aufkamen, bestehen die heutigen Rahmen der Tennisschläger hauptsächlich aus kohlenstoff-faserverstärktem Kunststoff, der durch ein geringes Gewicht in Verbindung mit einer hohen Steifigkeit einige Vorteile gewährleistet.

 

Die Tennis-Saiten von heute bestehen meist aus Nylon oder Polyester, die eine längere Lebensdauer haben als die im modernen Profitennis nur noch selten verwendeten Naturdarm-Saiten aufweisen. Ein Tennisschläger hat ein Gewicht von etwa 280 bis 350 Gramm. Nach den geltenden Regularien der ITF - International Tennis Federation -  darf er maximal 27 Zoll (73,7 cm) lang und 12,5 Zoll (31,7 cm) breit sein. Bei der Schlägerfläche sind verschiedene Größen (von etwa 750 cm² bis zu 625 cm²) normal; eine größere Schlägerfläche bietet einen größeren optimalen Treffpunkt (sweet spot) für den Ball und erlaubt eine weniger kraftintensive Spielweise, während eine kleinere Schlagfläche die Ballkontrolle verbessert.

 

Tennisball

 

In der Regel bestehen Tennisbälle aus einer mit Überdruck gefüllten Gummiblase, die mit einem Filzüberzug überzogen ist. Nach einer gewissen Zeit läßt der Überdruck nach und ist aus dem Tennis-Ball entwichen, dann lässt auch die Sprungeigenschaft stark nach und der Ball muss ausgetauscht werden.

 

Es existieren daneben auch drucklose Bälle, deren Sprungeigenschaft auf der Verwendung verschiedener Gummischichten basiert. Bei offiziellen Turnieren wird fast ausschließlich mit Druckbällen gespielt. Früher waren Tennisbälle in schwarz oder weiß üblich, mit dem aufkommenden Übertragungen im Fernsehen von Tennisspielen in den 1970er Jahren, setzten sich hellgelbe Bälle durch, die auf Farbfernsehern besser zu erkennen sind. Bei den Wimbledon Championships wurde bis 1986 ausschließlich mit weißen Bällen gespielt.

 

Nach den offiziellen Tennis-Regeln muss ein Tennisball zwischen 56,7 g und 58,5 g schwer sein und einen Durchmesser von 6,54 cm bis 6,86 cm besitzen.

 

 

Regeln - Spielziel

 Ein Amateur-Tennis-Match

Es ist das Ziel des Spiels, den Tennisball einmal mehr als der Gegner regelgerecht über ein in der Mitte gespanntes Netz in dessen Spielfeld zu spielen. Regelgerecht bedeutet dabei,

-       dass der Tennisspieler den Ball mit dem Tennisschläger über das Tennis-Netz spielt;

-       seitlich am Tennis-Netz vorbei ist auch regelgerecht, wenn der Tennisball maximal einmal den Boden berührt hat, bevor er gespielt wird, und danach nicht mehr in der eigenen Spielhälfte aufkommt

-       der Ball maximal einmal den Boden in der gegnerischen Spielhälfte berührt, sofern ihn der Gegner nicht vorher spielt (Volley)

-       den Ball nicht mit einem Körperteil berührt

-       das Netz nicht mit einem Körperteil oder dem Schläger berührt

-       den Ball nur einmal mit dem Schläger schlägt

 

Zu Beginn eines Ballwechsels steht der Aufschlag. Beim Aufschlag muss der Tennisball in das diagonal gegenüberliegende kleinere Feld der gegnerischen Spielhälfte, das Aufschlagfeld, gespielt werden. Sofern dies nicht beim ersten Aufschlag gelingt, hat der aufschlagende Tennisspieler einen zweiten Versuch. Misslingt auch dieser Aufschlag, erhält der Gegner einen Punkt; man spricht in diesem Fall von einem Doppelfehler.

Falls der Tennisball beim Aufschlag das Tennisnetz berührt und danach im Aufschlagfeld aufkommt, wird der Aufschlag wiederholt. Der aufschlagende Tennisspieler darf das Tennisfeld erst betreten, nachdem der Ball den Tennisschläger berührt hat, sonst begeht er einen Fußfehler.

 

Zählweise

 

Um eine Tennisbegegnung (auch Tennis-Match genannt) zu gewinnen, ist eine vorher festgelegte Anzahl von Spielsätzen zu gewinnen. Meist wird auf zwei Gewinnsätze gespielt, im Herrentennis bei großen Turnieren (Grand-Slam, Davis Cup) auch auf drei. Ein Spielsatz unterteilt sich in einzelne Spiele. Ein Spieler gewinnt einen Satz, wenn er 6 Spiele gewinnt und einen Vorsprung von mindestens zwei gewonnenen Spielen hat, zum Beispiel. Bei einem Spielstand von 6:4 oder 7:5. Haben beide Tennis-Spieler 6 Spielsätze gewonnen, wird meist ein Tie-Break gespielt, der den Satz entscheidet.

 

Innerhalb eines Tennisspiels müssen Punkte erzielt werden, wobei der erste Punktgewinn eines Spielers als 15, der zweite als 30 und der dritte als 40 gezählt wird. Ein vierter Punktgewinn entscheidet das Tennis-Spiel, soweit der Gewinner dann einen Vorsprung von zwei Punkten hat, zum Beispiel beim Spielstand 40:30. Bei einem Spielstand von 40:40 spricht man vom Einstand. Der darauf folgende Punktgewinn wird als Vorteil bezeichnet. Gewinnt ein Tennis-Spieler, der den Vorteil erzielt hat, auch den nächsten Punktgewinn, dann geht das Tennisspiel an ihn. Gelingt es seinem Gegner, den Punkt für sich zu entscheiden, so ist der Spielstand erneut „Einstand“. Es wird dann solange gespielt, bis ein Tennisspieler, der „Vorteil hat“, auch den darauf folgenden Punkt erzielt.

 

Das Recht auf den Aufschlag steht innerhalb eines Tennisspieles nur einem Spieler zu, es wechselt im folgenden Spiel. Die Seite, von der der Aufschlag auszuführen ist, wechselt mit jedem Punkt, wobei der erste Aufschlag von der aus Sicht des Aufschlägers rechten Seite ausgeführt werden muss. Man bezeichnet die rechte Seite der Spielhälfte auch als Einstandseite, die linke als Vorteilseite.

 

Die Tennisspieler wechseln die Seite des Spielfelds, wenn die Summe der im Satz gespielten Spiele ungerade ist.

 

Tie-Break

 

Bis zum Jahr 1970 konnte ein Satz grundsätzlich (auch ab dem Spielstand von 6:6) nur mit zwei Spielen Unterschied gewonnen werden. Da der aufschlagende Tennis-Spieler innerhalb eines Spieles im Vorteil ist und nach jedem Spiel das Recht des Aufschlages wechselt, konnte es relativ lange dauern, bis ein Satz gewonnen war. Dies machte insbesondere eine Live-Übertragung für Fernsehanstalten unkalkulierbar.

 

Aus diesem Grund wurde ab dem Jahr 1970 der Tie-Break eingeführt. Beim Tie-Break wird jeder Fehler als Punkt gezählt; die Zählweise mit 15, 30, 40 Punkten entfällt. Ein Tie-Break ist erst dann gewonnen, wenn ein Tennis-Spieler mindestens 7 Punkte gewinnt und mindestens 2 Punkte Vorsprung hat. Das Aufschlagrecht wechselt jeweils, wenn die Summe der gespielten Punkte ungerade ist. Nach jeweils 6 gespielten Punkten wechseln die Tennis-Spieler die Seiten.

 

Schiedsrichter - Headschiedsrichter auf einem Hochstuhl (Wimbledon 2010)

 

Im professionellen Tennis ist ein Headschiedsrichter üblich, der auf einer Seite des Tennis-Spielfelds auf einem Hochstuhl sitzt. Er wird von mehreren Linienrichtern unterstützt, die ein „Aus“ des Balls durch einen lauten Ausruf und einen seitlich ausgestreckten Arm anzeigen. Falls der Ball knapp innerhalb des Feldes aufkommt, zeigt der Linienrichter dies an, indem er mit lang gestreckten Armen den Buchstaben „V“ auf Kniehöhe bildet. Der Headschiedsrichter hat allerdings die alleinige Entscheidungsgewalt und kann den Ausruf eines Linienrichters überstimmen (englisch Overrule).

 

Früher wurden darüber hinaus Netzrichter eingesetzt, die an beiden Enden des Netzes saßen und den Schiedsrichter auf eine Netzberührung des Tennis-Balls beim Aufschlag hinwiesen. Nach der Einführung technischer Hilfsmittel werden Netzrichter heute nicht mehr benötigt.

 

Es gibt darüber hinaus einen Oberschiedsrichter, der sich nicht auf dem Platz befindet. Er kann von einem Tennisspieler gerufen werden, wenn dieser der Meinung ist, dass eine Entscheidung des Schiedsrichters die Tennisregeln verletzt. Der Oberschiedsrichter darf nicht die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters überstimmen (zum Beispiel, ob ein Tennisball „aus“ war oder nicht), sondern nur die sich daraus aus den Tennisregeln ergebende Konsequenz für den weiteren Spielverlauf. Darüber hinaus wird er bei Verstößen gegen den Verhaltenskodex (Code Violation, s. u.) vom Schiedsrichter zu Rate gezogen, insbesondere, wenn diese eine Disqualifikation eines Tennisspielers zur Folge haben.

 

Bei großen Tennis-Turnieren wird, um Benachteiligungen der Tennis-Spieler durch Fehlentscheidungen der Schieds-/Linienrichter zu reduzieren, das Hawk-Eye-System verwendet. Dabei erhält jeder Tennis-Spieler pro Satz eine feste Anzahl von sogenannten Challenges (von engl. to challenge sth. ‚etwas infrage stellen‘), die es ihm ermöglichen, eine Entscheidung durch das Hawk-Eye überprüfen zu lassen. Stellt sich dabei heraus, dass der Spieler recht hatte, vergibt der Schiedsrichter je nach Eindeutigkeit der Spielsituation entweder direkt einen Punkt oder lässt den Ballwechsel wiederholen; die Anzahl der Challenges des Spielers bleibt in diesem Fall gleich. Wenn der Spieler in seiner Einschätzung falschliegt, wird ihm eine Challenge abgezogen.

 

Je nach Turnier erhält ein Tennisspieler pro Satz zwei bis drei Challenges; falls der Satz durch ein Tie-Break entschieden werden muss, erhält jeder Tennisspieler eine Challenge zusätzlich. In Sätzen, in denen kein Tie-Break gespielt wird (sog. Advantage- bzw. Vorteilssätze), erhält jeder Tennisspieler nach jeweils zwölf gespielten Spielen, somit beim Stand von 6:6, 12:12 usw., wieder die ursprüngliche Zahl von Challenges.

 

Ein Schiedsrichter kann einen Spieler bestrafen, falls dieser gegen den Verhaltenskodex (engl.: Code of Conduct) verstößt. Dieser verbietet unter anderem

 

-       Fluchen

-       Beleidigung des Schiedsrichters, Gegners oder des Publikums

-       unsportliches Verhalten

-       Spielverzögerung

-       Verlassen des Platzes ohne Genehmigung des Schiedsrichters

 

Beim ersten Verstoß (engl.: Code Violation) spricht der Schiedsrichter eine Verwarnung aus, beim nächsten erfolgt ein Punktverlust. Beim dritten Vergehen erfolgt ein Spielverlust. Ab dem vierten Verstoß kann der Schiedsrichter den Spieler disqualifizieren (Matchverlust) oder erneut einen Spielverlust verhängen. In besonders schweren Fällen kann der Schiedsrichter den Tennis-Spieler auch bereits beim ersten Verstoß disqualifizieren.

 

Besonderheiten im Tennis

 

Bei den Senioren und im Tennis-Doppel wird häufig statt eines entscheidenden dritten Satzes ein Tie-Break gespielt. In einigen Verbänden des DTB (zum Beispiel in Baden-Württemberg und Bayern) wird auch in Verbands-Ligaspielen (Damen und Herren) kein dritter Satz gespielt. Stattdessen wird ein sogenannter Match-Tie-Break auf zehn Punkte (alternativ: sieben Punkte) ausgespielt. Ein Match-Tie-Break wird auch bei den „US Open“ und seit 2007 bei den „Australian Open“ im dritten Satz des Mixed-Wettbewerbs gespielt.

 

Bei Tennis Grand-Slam-Turnieren (außer den „US Open“), dem „Davis Cup“ und bei den Olympischen Spielen wird im entscheidenden Satz kein Tie-Break gespielt, sondern es müssen zwei Spiele Vorsprung erlangt werden.

 

No-Ad- (kurz für „no advantage“) bzw. Deciding-Point-Regel: Sie kommen vor allem in den Doppelkonkurrenzen zum Einsatz und dient der Abkürzung der einzelnen Aufschlagspiele. Wird der Deciding Point angewendet, so entscheidet bei Erreichen des Spielstands 40:40 der nächste Punkt über den Gewinn des Tennisspiels. Es ist dann also nicht wie üblich ein Vorsprung von zwei Punkten zum Spielgewinn nötig.

 

Eine weitere Besonderheit ist, dass die returnierende Partei beim Deciding Point die Wahl hat, von welcher Seite der aufschlagende Tennisspieler  serviert; vom Schiedsrichter wird dies auch mit „Deciding point, receiver's choice“ angekündigt.

Das verlorene Spiel des Aufschlagenden wird Break genannt; der Aufschlagvorteil wurde „durchbrochen“. Ein Break stellt wegen der Bedeutung des Aufschlags einen besonderen Vorteil dar. Gewinnt der Spieler, der das Break hinnehmen musste, das folgende Aufschlagspiel seines Gegners, so wird dies als Re-Break bezeichnet.

 

Entscheidende Punkte werden als Breakball (falls der Gewinn zu einem Break führt), Satzball oder Matchball bezeichnet.

Ein ohne Verlustpunkt gespielter Satz (6:0, jeweils nach Spielgewinnen zu 0, demnach 24 in Folge gewonnene Punkte) wird als Golden Set bezeichnet. In der Geschichte des Profi-Tennis gelang dieser perfekte Satz bislang nur den Spielern Bill Scanlon (1983), Jaroslawa Schwedowa (2012) und Julian Reister (2013).

 

Geschichte der Zählweise

 

Zur Geschichte der Zählweise im Tennis gibt es zwei Erklärungen. Meist wird vermutet, dass die Zählweise auf Geldeinsätze und Spielwetten im 14. Jahrhundert in Frankreich zurück zu führen ist. So setzte man zum Beispiel einen gros denier, der wiederum einen Wert von 15 denier hatte. In einem Spielsatz, der damals oft aus vier Spielen bestand, wurden also 4 mal 15 „deniers“ gesetzt: 15 – 30 – 45 – 60.

 

Eine andere Erklärung bezieht sich auf die Linien auf dem Tennis-Spielfeld. Jedes Mal, wenn ein Tennis-Spieler beim jeu de paume einen Punkt machte, bewegte er sich einen Streifen weiter und kam so allmählich der Mitte des Spielfeldes näher. Das Spiel begann an der 0-Zoll-Linie. Gewann ein Spieler einen Punkt, rückte er zur 15-Zoll-Linie vor, dann zur 30-Zoll-Linie und schließlich zur 45-Zoll-Linie. Dann erst hatte er das Spiel gewonnen. Da man fand, dass diese Linie dem Tennisnetz zu nahe war, wurde die letzte Angabe auf eine 40-Zoll-Linie zurückversetzt.

 

In beiden Fällen wurde im 16. Jahrhundert der kürzeren Aussprache wegen „45“ durch „40“ ersetzt.

 

Im Englischen wird der Spielstand „0“ mit dem Wort „Love“ (Liebe) bezeichnet. Der Ursprung dieses Ausdrucks liegt im Dunkeln. Unter Umständen stammt der Begriff vom ähnlich klingenden, französischen „l'œuf“ (das Ei), was als Beschreibung der Ziffer 0 gedeutet wird. Die Vermutung, dass die Zählweise insgesamt dem Französischen entstammt, unterstützt diese Theorie.

Andere Quellen legen nahe, der Begriff komme von der Redewendung „to be love“ (umsonst sein). Ein Spiel, bei dem der Gegner null Punkte erzielt, heißt daher auch Love Game.

 

Tennis-Spielfeld

 

Das rechteckige Spielfeld beim Tennis wird durch das Tennisnetz in zwei Hälften geteilt. Das Tennis-Spielfeld ist in (ganzen und halben) englischen Fuß (1 ft = 0,3048 m) definiert. Es ist 78 ft (23,77 m) lang und für das Einzel 27 ft (8,23 m), für das Doppel 36 ft (10,97 m) breit. Das Tennis-Spielfeld wird durch Linien begrenzt, die sogenannten Grundlinien (Baselines) und Seitenlinien (Sidelines). Die Linien sind Bestandteil des Tennisfeldes; daß heißt, fällt der Tennisball (auch nur teilweise) auf eine der Spielfeldlinien, so ist er weiterhin im Spiel.

 

Die Grundlinien des Tennisfeldes verlaufen parallel zum Tennisnetz, die Seitenlinien des Feldes rechtwinklig dazu. Parallel zum Netz liegen auf beiden Seiten im Abstand von 21 ft (6,40 m) die Aufschlaglinien. In der Mitte des Tennisfeldes führt vom Tennis-Netz zur Aufschlaglinie die Aufschlagmittellinie.

 

Die Fläche zwischen Tennis-Netz und Aufschlaglinien wird inoffiziell auch als T-Feld (Aufschlagmittellinie und Aufschlaglinie bilden den Buchstaben „T“) oder Halbfeld (Aufschlaglinie teilt die Spielhälfte in der Mitte) bezeichnet. Dementsprechend wird die Aufschlaglinie auch als T-Linie bezeichnet. Die zwei Flächen eines T-Feldes werden als Aufschlagfelder bezeichnet.

 

Das Netz des Tennisplatzes soll in der Mitte 3 ft (0,914 m), an den Seitenenden 3,5 ft (1,07 m) hoch sein und auf beiden Seiten mindestens 3 ft (0,914 m) über das Spielfeld hinausragen. So ist das Netz bei Tennis-Doppelspielen breiter als bei Tennis-Einzeln. Einzelspiele können aber auch bei der breiteren Netzvariante durchgeführt werden.

 

Die Fläche zwischen Grundlinie und Einzäunung hat etwa eine Länge von 18 ft bis 21 ft (5,50 m bis 6,40 m). Die Breite der Fläche zwischen Seitenlinie und Einzäunung liegt etwa bei 10 ft bis 12 ft (3,04 m bis 3,66 m).

 

Die häufigsten Bodenbeläge von Tennisplätzen sind roter Sand (meist Ziegelmehl), Teppichboden, Kunststoffgranulat, Rasen, Kunstrasen, oder das Bergo Tennissystem. Vor allem in nordamerikanischen Ländern ist der Hartplatz sehr verbreitet. Im Freien sind Sandplätze vorherrschend, die aber nach und nach durch Bergo Tennisplätze ersetzt werden, in der Halle wird meist auf einem Hart-, Granulat- oder Teppichbodenplatz gespielt.

 

 

Schlagarten

Grundschlagarten

 

Die Grundschlagarten sind, wie auch bei anderen Rückschlagspielen, Vorhand, Rückhand und Aufschlag.

 

Vorhand

 

Bei der Vorhand (engl. forehand) wird der Tennisball auf der Seite der Schlaghand (bei einem Rechtshänder also rechts, bei einem Linkshänder links) gespielt. In der Regel wird der Vorhandschlag mit einer Ausholbewegung eingeleitet und der Ball idealerweise etwa hüfthoch seitlich vor dem Körper getroffen. Früher war auch der sogenannte Westerngriff verbreitet, bei dem der Tennisball weit vor dem Körper des Tennisspielers getroffen wird.

 

In der Regel wird die Vorhand einhändig gespielt und auch so gelehrt. Zu den wenigen Tennis-Spielern, welche die Vorhand beidhändig spielen, gehörten Monica Seles und Fabrice Santoro.

 

Rückhand

 

Bei der Rückhand (engl. backhand) wird der Ball auf der der Schlaghand gegenüberliegenden Seite (bei einem Rechtshänder also links, Linkshänder rechts) geschlagen. Ein Rückhandschlag kann sowohl einhändig als auch beidhändig ausgeführt werden. Die beidhändige Rückhand ist erst in den 1970er Jahren bekannt geworden. Anfängern wird diese häufig empfohlen, da die Durchführung einfacher zu erlernen ist als die einhändige Rückhand. Mittlerweile ist die beidhändige Rückhand auch unter Profispielern vorherrschend. Ausnahme ist der Rückhand-Slice, der meist einhändig geschlagen wird.

 

Aufschlag

 

Der Aufschlag (engl. Service) leitet den Ballwechsel ein. Aus einer Position hinter der Grundlinie muss der Tennisball für den Gegner sichtbar hochgeworfen und in das gegenüberliegende Aufschlagfeld geschlagen werden. Die Linien gehören zum Aufschlagfeld. Ein Überschreiten oder die Berührung der Grundlinie vor dem Treffen des Tennisballs ist regelwidrig. Jeder aufschlagende Tennisspieler hat zwei Versuche; nach erfolglosem zweiten Versuch gehört der Punkt dem Gegner. Nach einem Spielsatz wechselt das Aufschlagrecht. Der Aufschlag kann, wie bei einem Grundlinienschlag, je nach taktischer Auslegung mit unterschiedlicher Rotation gespielt werden. Man unterscheidet dabei zwischen einem flachen und schnellen Aufschlag mit nur geringem Vorwärtsdrall, einem Topspin- und einem Slice-Aufschlag.

 

Den günstigsten Schlagwinkel und dadurch die höchste Ballgeschwindigkeiten erreicht man, wenn der Tennisball über Kopfhöhe geworfen und am höchst möglichen Punkt getroffen wird. Im modernen Herrentennis werden mit dem ersten Aufschlag oft Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreicht. Der aktuelle Weltrekord wird vom Australier Sam Groth mit 263 km/h. gehalten.

 

Ballrotation

 

Während des Schlages kann der Spieler die Rotation des Tennisballes beeinflussen, die wiederum die Flugkurve und das Absprungverhalten des Balles bestimmt. Man unterscheidet hierbei Drive (kaum Eigenrotation), Topspin (Rotation in Flugrichtung) und Slice (Rotation entgegen der Flugrichtung).

  

Drive

 

Ein Drive ist ein Grundschlag mit nur geringer eigener Rotation des Tennisballes. Dieser bei Anfängern und Hobbyspielern übliche Schlag ist der intuitivste und kraftsparendste. Er hat durch seine flache Flugkurve den Nachteil, dass kraftvollere Schläge nicht mehr im Feld aufkommen und sein Absprungverhalten für den Gegner am wenigsten problematisch ist.

 

Topspin

 

Die häufigste Schlagvariante im modernen Tennis ist der Topspin. Topspin beschreibt eine Vorwärtsrotation des Balles. Dieser bewirkt eine stärkere Krümmung der Flugkurve und ein verändertes Absprungverhalten. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass auch schnelle, hoch, oder extrem diagonal gespielte Bälle noch im Feld aufspringen und den Gegner in Schwierigkeiten bringen. Eine Spielweise mit Topspin erfordert neben guter Technik auch deutlich mehr Kraft.

 

Slice

 

Beim Slice erfährt der Ball eine Rückwärtsrotation (engl. backspin). Dadurch kann der Tennis-Ball sehr flach über das Tennis-Netz fliegen und springt beim Auftreffen auf den Boden kaum mehr ab. Er kann einerseits als Vorbereitungsschlag für einen Netzangriff dienen, da er dem Spieler, bedingt durch den längeren Flug des Balles, mehr Zeit verschafft ans Tennisnetz vorzurücken. Andererseits kann der Slice dazu verwendet werden, sich aus einer Defensivsituation heraus Zeit zu verschaffen, etwa bei der Annahme eines harten Aufschlags. Zudem kann er für eine Variation des Spieltempos benutzt werden, um den Gegenspieler aus dem Rhythmus zu bringen. Ein Slice kann meist nur langsam gespielt werden, da er durch die flache Flugkurve ansonsten ins Aus „segelt“.

 

Strategische Schläge

 

Return

 

Return (deutsche Bezeichnung Rückschlag) ist die Bezeichnung des Schlages, mit dem der Tennisball nach dem gegnerischen Aufschlag zurückgespielt – returniert – wird. Neben dem Aufschlag, dem härtesten Schlag im Tennis, ist der Return von größter Bedeutung. Beide Schlagarten sind „Eröffnungsschläge“, mit denen der Ballwechsel eingeleitet wird. Ein schwacher Return erlaubt es dem Gegner, bereits mit dem Aufschlag Druck aufzubauen und den Ballwechsel zu bestimmen. Meist ist der Returnierende beim ersten Aufschlag nur in der Lage, den Schläger passiv, mit einer kurzen Ausholbewegung, hinzuhalten (zu „blocken“). Er versucht hierbei den Druck des gegnerischen Aufschlags mitzunehmen und dem Rückschlag die gewünschte Richtung zu geben. Der – in der Regel mit weniger Härte geschlagene – zweite Aufschlag kann dann vom returnierenden Tennisspieler angegriffen werden.

 

Schmetterball (Smash)

 

Der Schmetterball ähnelt von der Bewegungsausführung der Aufschlagbewegung. Es handelt sich um einen Überkopfschlag mit hoher Geschwindigkeit. Er wird meist als Reaktion auf einen Lob-Versuch des Gegenspielers gespielt und gilt als der kraftvollste Angriffsschlag.

 

Passierschlag

 

Als Passierschlag (Vorhand oder Rückhand) bezeichnet man einen Schlag, mit dem der Tennisball am in der Nähe des Netzes postierten Gegenspieler für diesen unerreichbar seitlich vorbei gespielt wird.

 

Lob

 

Beim Lob versucht der Tennisspieler, den an das Netz vorgedrungenen Gegner mittels eines hoch geschlagenen Balls zu überwinden. Ist der Schlag zu flach oder zu kurz geschlagen, kann der gegnerische Tennisspieler mit einem Schmetterschlag antworten. Gelegentlich bleibt − wenn der Lob zu hoch und zu langsam gespielt wird − auch noch genug Zeit zurückzulaufen und den Ball mit Vor- oder Rückhand zu schlagen. Höherklassige Tennisspieler spielen den Lob deshalb mit Topspin. Hierdurch erreicht auch ein hoch als Lob gespielter Ball eine große Fluggeschwindigkeit und ist deshalb bei technisch sauberer Ausführung praktisch nicht mehr zu erlaufen. Der Topspinlob gehört zu den technisch schwierigsten Schlägen und ist deshalb im Amateur-Tennis kaum zu beobachten.

 

Stoppball

 

Bei einem Stoppball (engl. drop shot) wird der Tennisball so gespielt, dass er kurz hinter dem Tennis-Netz „herunterfällt“. Der Stoppball wird, ähnlich dem Slice, mit Rückwärtsdrall gespielt, wodurch er zum einen nach dem Auftreffen auf dem Boden kaum noch abspringt, und zum anderen nicht mehr vorwärts, sondern möglichst sogar rückwärts springt. Ein Stoppball wird meist benutzt, wenn sich der Gegner besonders weit hinter der Grundlinie befindet und kann aufgrund seiner überraschenden Wirkung sehr effektiv sein.

 

Volley

 

Volley (deutsche Bezeichnung: Flugball) bezeichnet einen Schlag, bei dem der Ball noch vor dessen Auftreffen auf dem Tennisboden zurückgespielt wird. Üblicherweise wird dieser Schlag nahe dem Netz gespielt. Es gibt verschiedene Sonderformen.

 

Der Drive-Volley ist ein Volleyschlag, bei dem man den Ball nicht ins Feld „schiebt“, sondern – wie bei der Vorhand – mit hoher Geschwindigkeit und Spin durchzieht. Populär machten diesen Schlag vor allem Andre Agassi und die Williams-Schwestern Venus und Serena. Während der Drivevolley im Damentennis üblich ist, spielt er im modernen Herrentennis nur eine untergeordnete Rolle.

 

Ein Volley-Stop ist eine Schlagtechnik, bei der aus einem gegnerischen Schlag ein Stoppball wird. Die Schwierigkeit des Schlages besteht darin, dem Tennisball die Geschwindigkeit zu nehmen und ihn kurz hinter dem Tennisnetz zu platzieren.

 

Als Halbvolley oder Halbflugball wird ein Schlag bezeichnet, bei dem der Tennisball kurz nach dem Aufspringen getroffen wird. Dieser Schlag wird nur in Notfällen verwendet, da mit diesem Schlag nur schwer Druck auf den Gegner ausgeübt werden kann.

 

Der Hechtvolley ist eine spezielle Sonderform des Volley, bei der versucht wird, einen Passierschlag des Gegners noch mit Hilfe eines Sprungs zur Seite zu erreichen und so den Ball noch ins Spielfeld des Gegenspielers zu bringen. Dieser Schlag wurde durch Boris Becker bekannt. Ursprünglich hatte ein Jugendtrainer Beckers diesen Schlag entwickelt, um die Reichweite von Nachwuchsspielern am Netz zu erhöhen. Becker behielt aber diesen Schlag in seinem Repertoire und setzte ihn zur Verblüffung seiner Gegner und der Zuschauer auch bei internationalen Turnieren (zum Beispiel 1985 in Wimbledon) erfolgreich ein.

 

Cross

 

Ein cross (deutsch quer) geschlagener Tennisball ist ein Ball, der in die jeweils diagonal gegenüber liegende Ecke des Tennisplatzes gespielt wird. Ein Rechtshänder spielt demnach eine cross geschlagene Vorhand einem rechtshändigen Gegner ebenfalls auf die Vorhand (bzw. Rückhand auf Rückhand). Da die Diagonale des Platzes länger ist als die Seitenlinie, können etwa härtere und damit weiter fliegende Tennisbälle cross geschlagen werden.

 

Longline

 

Ein longline (dt. entlang der Linie) geschlagener Tennisball ist ein Ball, der in die jeweils gegenüber liegende Ecke des Tennisplatzes gespielt wird, d. h., der Ball fliegt parallel zur Seitenauslinie. Ein Rechtshänder spielt demnach eine longline geschlagene Vorhand einem ebenfalls rechtshändigen Gegner auf die Rückhand (bzw. Rückhand auf Vorhand). Befindet sich der ausführende Spieler seitlich außerhalb des Feldes, kann ein Longline-Schlag auch regelkonform seitlich am Netzpfosten vorbei gespielt werden.

 

Gewinnschläge und Fehler

Winner

 

Ein Winner (dt. auch Gewinnschlag) ist ein Tennisball, der so platziert gespielt wurde, dass der Gegner keine Möglichkeit hat, diesen zu retournieren.

 

Ass und Service Winner

 

Ein Ass ist ein Aufschlag ins Spielfeld, der vom Gegner nicht einmal mehr berührt werden kann. Er zählt demnach auch automatisch als ein Winner. Führt der Aufschlag zu einem direkten Punkt, kann aber noch erreicht werden, nennt man dies Service Winner.

 

Forced Error und Unforced Error

 

Als Unforced Error (dt. unerzwungener, vermeidbarer oder leichter Fehler) wird ein Schlag im Tennis bezeichnet, mit dem ein Tennisspieler den Punkt auf Grund eines eigenen Fehlers verliert, ohne dass dies durch einen Schlag des Gegners beeinflusst wurde. Kann er den Tennisball auf Grund eines vorhergegangenen harten, platzierten oder sonst schwer zu spielenden oder erreichenden Schlages des Gegners nicht regelgerecht retournieren, spricht man von einem Forced Error (dt. erzwungener Fehler). Die Übergänge zwischen vermeidbarem und erzwungenem Fehler können im Einzelfall fließend sein. Die Einteilung unterliegt damit häufig einem Beurteilungs-Spielraum des jeweiligen Statistikführenden bzw. Kommentators.

 

Doppelfehler

 

Als Doppelfehler (engl. double fault) wird der Verlust eines Punktes des aufschlagenden Spielers durch zwei regelwidrige Aufschläge bezeichnet. Ein Doppelfehler zählt zugleich als Unforced Error.

 

Spielstrategien im Tennis

Serve and Volley

 

Beim einem Serve-and-Volley-Spiel folgt der Tennis-Spieler seinem Aufschlag (Service), versucht möglichst weit zum Tennisnetz vorzudringen und den Ballwechsel mit einem Volley abzuschließen. Diese Strategie ist besonders auf schnellen Tennisbelägen, insbesondere auf Rasen, erfolgversprechend. Die Position des Angreifers dicht am Netz verkürzt die Reaktionszeit des Gegenspielers; häufig kann der angreifende Tennisspieler bereits mit dem ersten Volley punkten. Für ein erfolgreiches Serve-and-Volley-Spiel sind zwei Grundvarianten des Aufschlagspiels möglich.

 

Einerseits kann der Aufschlag mit großer Härte gespielt werden. Dem Gegner bleibt dann nur geringe Reaktionszeit, er kann den Aufschlag oft nur noch „blocken“, das heißt, er kann den Tennisschläger nur passiv ohne eigene Ausholbewegung hinhalten. Der Ball wird dann nur noch mäßig kontrolliert und ohne Drall zurückgespielt, was dem Aufschläger ermöglicht, den Volley mit hohem Tempo und platziert zurückzuspielen.

 

Nachteil der hohen Aufschlaghärte ist, dass auch dem Aufschläger verhältnismäßig wenig Zeit bleibt, Richtung Tennis-Netz vorzurücken. Er muss den ersten Volley in der Regel in Höhe der T-Linie im sogenannten Halbfeld schlagen. Ist der Aufschlag gut platziert, so ist dies wegen der oft hohen Flugbahn des Returns unproblematisch. Erahnt der Rückschläger die Richtung des Aufschlags oder ist dieser schlecht platziert, so wird der Aufschläger oft zum Halbvolley gezwungen, da der Returnierende ihm den Ball mit Topspin „auf die Füße“ spielen kann. Typische Vertreter dieser Spielweise sind großgewachsene Spieler, wie es beispielsweise Boris Becker und Goran Ivanišević waren.

 

Als zweite Variante kann der Aufschlag mit weniger Tempo, aber hoher Genauigkeit und viel Schnitt gespielt werden. Der Druck auf den Gegner entfaltet sich dann durch die stärkeren Winkel; der Rückschläger hat größere Probleme, den Ball noch zu returnieren und wird häufig bereits mit dem Aufschlag aus der Platzmitte gedrängt.

 

Wegen der geringeren Aufschlaggeschwindigkeit hat der Aufschläger mehr Zeit für den Weg zum Tennis-Netz. Hierdurch erreicht der aufschlagende Spieler eine bessere Position für den ersten Volley, so kann er den Ball auch fast immer von oben nach unten spielen und wird nur selten zum Halbvolley gezwungen. Meistens wird der Aufschlag mit Vorwärtsdrall (Kick) gespielt. Wegen des hohen Absprungs ist es zusätzlich schwer für den returnierenden Spieler, den Ball flach zu halten, da er diesen von oben nach unten spielen muss.

Nachteil dieser Variante ist, dass nur selten bereits mit dem Aufschlag gepunktet werden kann. Der Angreifer benötigt ein herausragendes Volleyspiel um mit dem ersten Volley den Druck aufrechterhalten zu können. Typische Vertreter dieser Variante waren Stefan Edberg oder John McEnroe.

 

Früher wurde die Serve-and-Volley Taktik von vielen Weltklassespielern angewandt. Da die Tennis-Spieler heutiger Zeit auch in der Lage sind äußerst druckvoll von der Grundlinie zu spielen, hat diese Strategie zumindest im Einzelwettbewerb an Bedeutung verloren. Einige Profispieler wie beispielsweise Michaël Llodra gestalten Spiele mit dem Serve-and-Volley Spiel jedoch nach wie vor erfolgreich

 

Grundlinienspiel

 

Beim Grundlinienspiel bleiben beide Tennis-Spieler an der Grundlinie. Dabei versuchen sie, dadurch einen Vorteil zu erzielen, dass sie den Ball auf die vom Gegner weiter entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung spielen. Mit dieser Taktik erzielt man meist erst dann einen Punktgewinn, wenn mehrere gut platzierte Schläge hintereinander gespielt werden. Dabei werden die Schläge überwiegend mit Topspin, seltener auch mit Slice gespielt.

 

Chip and Charge

 

Hierbei antwortet der Rückschläger auf den Aufschlag direkt mit einem Angriffsball (chip) und rückt anschließend sofort ans Tennisnetz auf (charge). Dort versucht er, per Volley den Ballwechsel zu entscheiden. Dieser Spielzug wird fast ausschließlich gegen den zweiten Aufschlag angewandt. Wird diese Schlagfolge taktisch klug eingesetzt, setzt sie den Gegner unter Druck, da dieser dazu veranlasst werden könnte, beim zweiten Aufschlag mehr zu riskieren.

 

Inside-Out-Schläge

 

Bei Inside-Out-Bällen (engl. für von innen nach außen) vermeidet der Tennis-Spieler jeweils Vor- oder häufiger die Rückhand, indem er den Schlag „umläuft“. Der Tennis-Ball wird, wenn die Rückhand umlaufen wird, von der Rückhandseite mit der Vorhand diagonal gespielt. Ziel ist es, mit der häufig druckvolleren Vorhand das Tempo hochzuhalten oder den unsichereren Schlag zu vermeiden. Seltener wird der Tennis-Ball statt diagonal auch entlang der Seitenlinie gespielt. In diesem Fall spricht man von einem Inside-In-Schlag.

 

Turnierbetrieb

 

Das professionelle Tennis wird von internationalen Turnieren bestimmt, die das ganze Jahr über stattfinden und zumeist im K.o.-System ausgespielt werden. Die Dachorganisation für diese Turniere ist bei den Frauen die WTA und bei den Männern die ATP. Bei den Tennis-Turnieren werden jeweils Punkte für die Tennis-Weltrangliste vergeben. Die Weltranglistenposition der Spieler wiederum entscheidet über die Teilnahmeberechtigung bzw. Setzposition bei den einzelnen Tennisturnieren.

 

Die prestigeträchtigsten Turniere im Tennis sind die vier Grand-Slam-Turniere, die vom Tennisweltverband ITF ausgetragen werden, sowie die ATP World Tour Finals (Herren) bzw. die WTA Tour Championships (Damen) am Ende der Saison. Bei den Herren folgt als nächste Kategorie die ATP Masters Series mit neun Turnieren.

 

 

Grand-Slam-Turniere

 

-       Australian Open

-       French Open

-       Wimbledon

-       US Open

 

Mannschaftswettbewerbe

 

-       Davis Cup

-       World Team Cup

-       Fed Cup

-       Hopman Cup

 

Profitour

 

-       Association of Tennis Professionals

-       Women’s Tennis Association

 

Tennis-Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz

 

In Deutschland wird der Tennissport vom DTB, dem Deutschen Tennis-Bund, organisiert, der sich jeweils in Landesverbände aufteilt. Er organisiert den Ligaspielbetrieb, die Turniere, das Nationalteam (Daviscup- bzw. Fed Cup-Team) und bildet auch Tennistrainer aus.

 

Von den Landesverbänden bzw. von den ihnen untergeordneten Bezirken werden in allen Altersklassen Mannschaftswettkämpfe, die sogenannten Medenspiele, organisiert. Dabei wird in Amateurligen von Kreisklassen für Freizeitsportler bis hinauf zu Verbands- bzw. Regionalligen um Auf- und Abstieg gerungen. Den Oberbau mit Ausrichtung zum Profitennis (bei den aktiven Herren und Damen) bilden die 1. und 2. Bundesligen, die vom DTB organisiert werden.

 

In Österreich ist der ÖTV (Österreichischer Tennis Verband) als Unterorganisation des ITF gemeldet.

 

In der Schweiz fungiert Swiss Tennis als nationaler Dachverband.

 

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